Geschichten helfen erinnern

Demenz ist für viele Menschen zu etwas Alltäglichem geworden. Doch fehlen uns oft noch die Erfahrungswerte wie wir gut mit Demenzerkrankten umgehen können. Was brauchen unsere älteren Menschen, die immer wieder aus dem Vergessen auftauchen und uns dann mit klaren Antworten überraschen? Zum Glück gibt es viele verschiedene Ansatzmöglichkeiten.

Anja Stroot bietet mit ihrem kleinen Ratgeber „5-Minuten-Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz: Alltägliches“ interessante Erinnerungshilfen.

Ältere Menschen verfügen über einen reichhaltigen Erinnerungsschatz – der bei Demenz oder Alzheimer jedoch tief vergraben scheint. Es lohnt sich, ihn wieder in die Gegenwart zu holen! Die Anekdoten erzählen von lustigen Missgeschicken, fatalen Irrtümern und außergewöhnlichen Situationen des Alltags – von den Tücken der Gerüchteküche bis hin zu einer abenteuerlichen Mückenjagd.

Alltägliches, 5-Minuten-Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz
Alltägliches, 5-Minuten-Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz

Das Büchlein bietet 19 Geschichten zu alltäglichen Themen. Die Geschichten sind manchmal ganz normal, manchmal humorig oder auch tiefsinnig.

Was ich sehr schön finde:

  • Das Buch ist leicht und handlich, also gut mitzunehmen.
  • Die Schrift ist so groß, dass ich ohne Brille gut lesen konnte
  • Die Geschichten sind kurz.
  • Sie sind sogar in sich noch einmal gut unterteilt, so daß während des Vorlesens einfach gestoppt und an dem gerade angekommenen Punkt geredet werden kann.
  • Die Sprache ist klar und deutlich, ohne Fremdworte!
  • Die Tipps zu jeder Geschichte sind ansprechend und wirklich gut umsetzbar.

Interview mit Anja Stroot

Mich hat das Engagement von Anja Stroot zum Thema Demenz überzeugt. Deshalb bat ich sie um ein kleines Interview.

Sie haben schon mehrere Bücher und Leitfäden zu verschiedenen Themen geschrieben. Warum gerade dieses Buch über Demenz?

Ich schreibe nicht “über“ Demenz sondern “für“ die Arbeit mit Demenzkranken oder die Beschäftigung in der Altenpflege.

Was verbindet Sie mit dem Thema Demenz?
Das Thema ist wichtig, da es durch den demografischen Wandel immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Gerade die Momente der Beschäftigung, des gegenseitigen Austausches und der Erinnerungspflege finde ich persönlich sehr wichtig. Daher ist es mir ein Anliegen zu diesen positiven Augenblicken mit meinen Büchern beizutragen.

Sie schreiben, dass einige Geschichten wahr, andere wiederum erfunden sind. Haben Sie auf die Erfahrungen älterer Menschen zurückgegriffen, oder doch eher eigene Erfahrungen verarbeitet?

Als Autorin sammele ich viele Geschichten und Ereignisse in meinem Kopf, die mich bewegen. Das sind sowohl Erlebnisse älterer Menschen wie auch eigene Erfahrungen, die natürlich mit einfließen. Auch stelle ich mir natürlich die Frage, welche Themen würde ich mir als Leser darüber hinaus wünschen.

Die Geschichten sind meiner Meinung nach auch für alle älteren Menschen ein Quell auf ihre eigenen Erfahrungen zurückzugreifen. Haben Sie schon Rückmeldungen/Erfahrungen wie hier die Geschichten aufgenommen werden?
Ich arbeite bei jedem meiner Bücher mit einer Gruppe von wechselnden Testlesern zusammen, die mein Manuskript bereits im Vorfeld genau prüfen, so dass ich Geschichten, die nicht funktionieren oder ankommen direkt wieder rausnehmen kann. Bei meinen Altenpflege-/Demenzprodukten habe ich es zusätzlich in eine Altenpflegeeinrichtung an verschiedene Mitarbeiterinnen und Pflegerinnen gegeben, die mir sehr detaillierte Rückmeldungen gegeben haben.
Das ist für mich sehr wichtig, um im Vorfeld meine Einschätzung noch mal in der Zielgruppe überprüfen zu lassen.
Im Internet gibt es diverse sehr positive Bewertungen zu Alltägliches, 5-Minuten-Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz . Die Leser/innen berichten darüber, dass die Geschichten sehr gut funktionieren, was mich natürlich besonders freut.

Ich, als schon „ältere Dame“, kann mich selbst gut in den Geschichten finden. Beim Lesen kam mir der Gedanke, dass jüngere Menschen diese Geschichten vielleicht noch lieber als Arbeitsmaterialien annehmen, da sie sich so besser auf die älteren einlassen können. Wie sehen Sie dies?
Ich denke, meine Materialien erleichtern in jedem Fall den Gesprächseinstieg und den Arbeitsalltag in der Alten-/Demenzpflege. Junge Berufseinsteiger besitzen häufig noch nicht so viel Material und sind sehr dankbar für Anregungen.
Aber auch jüngere Menschen, die plötzlich die häusliche Pflege übernehmen müssen, freuen sich über das Buch. Denn gerade für sie ist das Thema Altenpflege/Demenz eine ganz neue anspruchsvolle Herausforderung, wo Hilfestellung gerne angenommen wird.

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Fazit: Mit Vergnügen habe ich die einzelnen Geschichten gelesen und kann sie für die Arbeit mit Demenz-Erkrankten sehr empfehlen.

5-Minuten-Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz: Alltägliches
Anja Stroot
Verlag an der Ruhr

Der Verlag an der Ruhr bietet in seiner Reihe „Fünf-Minuten-Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz“ eine breite Pallette von Gesprächsthemen an. Die Din A5-formatigen Bücher sind mit ca. 120 Seiten kompakt genug um sie immer schnell zur Hand zu haben.

Haben Sie auch einen guten und kompakten Ratgeber für den Umgang mit Demenzerkrankten? Verraten Sie mir den Titel und wie Sie ihn einsetzen.

Ihre
Margarete Rosen

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5 Gedanken zu „Erinnerungshilfen für Menschen mit Demenz

  1. Pingback: Demenzbetreuung mit Alltagsmenschen «

  2. Ein guter Buchtipp. Das ist sehr hilfreich für meine Arbeit als Hospizhelferin und Demenzbegleiterin. Vielen Dank!
    Sonnigen Gruß aus Versmold, Daniela Schmitten
    Hospizgruppe Versmold e.V.

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