Wie wird die Ruhe im Wald zur sprichwörtlich „letzten Ruhe“?

Im heutigen Beitrag meiner Themen-Reihe „Leben, Sterben und Tod“ dreht sich alles um den Ruhewald, Urnen und Erdbestattung. Autorin und Verlegerin Helene Düperthal hat mit „Baronin Eiche und die flirtende Birke“ ein Sach- und Kinderbuch in einem geschrieben.

Baronin Eiche und die flirtende Birke, Foto: Lebensweichen-Verlag
Baronin Eiche und die flirtende Birke, Foto: Lebensweichen-Verlag

Baronin Eiche und die flirtende Birke“ erzählt über einen Großvater, der seinen Enkelkindern die Liebe zur Natur näherbringt. Auf spielerische Weise lernen die Kinder z. B. Bäume identifizieren. Eines Tages gehen sie mit dem Großvater einen noch unbekannten Weg und entdecken dort Bäume mit Bändchen um den Stamm. Es ist ein Friedwald. Die Fragen der Kinder bringen den Großvater dazu, sich mit seinen eigenen Wünschen nach einer „letzten Ruhe“ auseinander zu setzten.

Das Buch ist für Kinder im Grundschulalter geeignet, da die Texte besonders Kinder im Alter von 6 – 12 anspricht. Die schönen Fotos laden ein den Wald zu entdecken bzw. bereits Vertrautes wiederzuerkennen.

„Baronin Eiche und die flirtende Birke“ ist realistisch erzählt. Kinder können sich mit Tina und Alex identifizieren und dem weiteren Geschehen gut folgen.

Helene Düperthal bringt in dieser Geschichte nicht nur Kindern die Waldbestattung näher. Im Anhang gibt sie viele Informationen und Gedankenimpulse auf die Frage: „Wie wollen Sie einmal bestattet werden?“. Ebenso finden Sie Informationen, wie Sie sich frühzeitig vorbereiten können. Welche wichtigen Dokumente sollten Sie bereithalten? Auch rät die Autorin: Definieren Sie Ihre Wünsche klar und schreiben Sie diese auf. So haben es die Hinterbliebenen später leichter, diese zu erfüllen.

Interview mit Helene Düperthal

Ganz besonders freue ich mich wieder ein Interview mit der sehr engagierten Helene Düperthal zu machen.  Um die ihr wichtigen Themen einer breiten Öffentlichkeit nahe zubringen, gründete sie den Lebensweichen-Verlag, in dem auch andere Autoren ihre Projekte verwirklichen können.

Helene Düperthal, Foto: Lebensweichen-Verlag
Helene Düperthal, Foto: Lebensweichen-Verlag

Warum gerade ein Buch über den „Ruhe-/Bestattungswald“?
Aufgrund der allgemeinen Mobilität und der zunehmenden Überalterung unserer Bevölkerung suchen immer mehr Menschen Alternativen zur herkömmlichen Beisetzung auf einem Friedhof. Kinder und Kindeskinder wohnen weit weg, und die Frage nach der späteren Grabpflege verunsichert. Auf diesem Hintergrund entscheiden sich immer mehr Menschen, sich in einem Bestattungswald beisetzen zu lassen.

Obwohl es in Deutschland speziell ausgewiesene Bestattungswälder bereits seit Jahrzehnten gibt, ist das Wissen um alles, was heute damit verbunden ist, jedoch immer noch nicht sehr weit verbreitet. Insbesondere auch die Begriffsklärung „Ruhewald – Bestattungswald – Friedwald“ erweist sich als notwendig, kommt es hier doch häufig zu Verwirrungen.

Als Trauerrednerin begleite ich besonders häufig Angehörige zu Waldbestattungen. Dies inspirierte mich das Buch zu schreiben, denn immer wieder tauchten die gleichen Fragen auf. Den Stift in die Hand nahm ich schließlich nach einem Trauergespräch, zu dem drei Generationen um den Tisch versammelt waren und wir eine ganze Stunde lang über all die Fragen gesprochen haben, die im Buch von den beiden wissbegierigen Geschwistern gestellt werden und die der Großvater beantwortet. Die Geschichte sollte Antworten geben auf Fragen, die Kinder stellen. Erwachsenen soll die Entscheidung erleichtert werden, wie sie oder ihre Liebsten einmal beigesetzt werden wollen, denn nicht jede Bestattungsart ist für jeden sinnvoll und stimmig.

Diesmal haben Sie Fotos anstatt gemalter Bilder gewählt. Was gab hier den Ausschlag?
Diese Frage stellte sich bei diesem Buch erst gar nicht. Ein Buch zum Thema „Wald“ verlangt einfach nach inspirierenden Bildern und Eindrücken aus dem naturnahen Ökosystem. Zudem sind auf einigen der abgedruckten Bilder ganz konkret die Merkmale, Symbole und Zeichen der unterschiedlichen Bestattungswälder, die die Erklärungen im Text anschaulich unterstützen. Das wäre mit Illustrationen nicht annähernd so deutlich zum Ausdruck gekommen. Zudem hat es mir Freude bereitet, all die Szenen des Buches mit meiner Kamera einzufangen. Allein für das Eichhörnchen auf Seite 54 habe ich zum Gelächter meiner Familie fast 3 Stunden im Gebüsch gehockt, weil ich sicher war, dass es noch vorbeikommen würde an diesem Tag.

Viele Informationen stecken im Anhang des Buches. Warum?
Es ist immer etwas gewagt, ein Buch für Erwachsene und Kinder zugleich zu schreiben. Dennoch war gerade dies mein Anliegen: Eine Geschichte zu schreiben, die sich leicht liest, die Eltern und Großeltern auch mit ihren Kindern und Enkeln lesen können, bei der sie vieles erfahren zum Thema Waldbestattung ohne durch lange Erklärungen gelangweilt zu sein. Kinder sind von Natur aus neugierig und Erwachsene haben oft ganz spezielle Fragen, wenn sie in der aktuellen Lebenssituation mit dem Thema konfrontiert werden. Darum war es mir wichtig im Anhang für die stärker Interessierten noch tiefergehende Antworten zu geben.

Ich danke Helene Düperthal für das aufschlußreiche Interview. DANKE!

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Mein Fazit: lesenswert! Ein gutes Aufklärungsbuch mit schönen Fotos, das für Groß und Klein geeignet ist.

Noch eine kleine Bitte: Bestellen Sie das Buch direkt beim Lebensweichen-Verlag, so unterstützen Sie, dass weitere Projekte umgesetzt werden können. Die großen Internet-Bestell-Shops sind für uns als Nutzer sehr bequem, doch bleiben dem Autor/Verlag nur Cent-Beträge als Verdienst.

Baronin Eiche und die flirtende Birke
Helene Düperthal
Lebensweichen-Verlag
Gebundene Ausgabe: 80 Seiten /17 farbige Fotografien
ISBN: 978-3-945262-17-7

Haben Sie sich schon einmal einen Ruhe-/Fried-/Bestattungswald besucht? Welche persönlichen Eindrücke haben Sie gewonnen?

Ich freue mich auf Ihre Antwort
Ihre
Margarete Rosen

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4 Gedanken zu „Baronin Eiche und die flirtende Birke

  1. Liebe Margarete,
    ich habe das Buch schon und mit meinen Nichten gelesen. Es ist lustig, wenn wir durch den Wald gehen und die Kleine ruft: Da ist die Balonin Eiche!
    Sie kann das „R“ noch nicht aussprechen.
    Auch ich kann das Buch empfehlen.
    Liebe Grüße Rita

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  2. Pingback: Therapeutic Touch Newsletter 06/2016 «

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