Wie wirken ätherische Öle und wie setzen wir sie am effektivsten ein?

Unser Wohlbefinden wird auch über unsere Nase gesteuert. Wir können jemanden nicht riechen oder etwas stinkt zum Himmel. Wir beschnuppern uns, bevor wir den anderen näher an uns heranlassen. Oder wir verduften einfach mal, wenn uns die Situation nicht gefällt. Unsere Nase ist ein wichtiger Faktor für unser Wohlbefinden. So können ätherische Öle, leicht in der Raumluft verteilt, wunderbares bewirken.

Können ätherische Öle unsere Gesundheit unterstützen?

Seit Jahren verwende ich in der Küche und auch als kleine Hausapotheke Kräuter. Die Wirkungen der Heilkräuter ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Immer wieder verblüfft es mich, dass die Kräuter so unspektakulär die Gesundheit unterstützen, sei es der Thymian-Hustentee, ein Aufguß bei Darmbeschwerden, Kamille bei eitrigen Wunden, Arnika-Salbe. Diese kleinen einfachen Hilfmittel helfen dem Körper und riechen dabei auch noch gut. Die Aromatherapie wird bereits seit Jahren als Ergänzung der Human-Medizin erfolgreich eingesetzt.

DuftMedizin von Maria L.Schasteen, Foto: Crotona Verlag
DuftMedizin von Maria L. Schasteen, Foto: Crotona Verlag

Gerade lese ich „Duftmedizin“ von Maria L. Schasteen über ätherische Öle und ihre therapeutische Anwendung. Das Buch wurde ganz frisch herausgegeben. Der Klappentext verspricht ein praktisches Handbuch mit zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten von ätherischen Ölen und Aroma-Essenzen. Die Weiterentwicklung der Aromatherapie hin zur Duft-Medizin. Pflanzendüfte wirken nicht nur angenehm oder beruhigend, werden sie bewußt und wissend eingesetzt, können sie auf energetische Weise den Heilungserfolg unterstützen.

Eine gewagte Aussage, oder doch nicht?

Dass Kräuter, als ätherische Öle aufbereitet, heilsame Wirkung haben, ist wohl unbestritten. Schon Hildegard von Bingen setzte sie ein. Maria L. Schasteen hat in ihrem Buch „Duftmedizin“ ein weitgefächertes Wissen rund um die Wirkweisen von Duftölen zusammengetragen. In 12 Kapiteln erhalten wir vielschichtige Informationen über die Wirkweisen und Einsatzmöglichkeiten ausgewählter Duftöle.

Frau Schasteen läßt den Leser an ihrem großen Erfahrungsschatz teilhaben: Wie friedlich Kinder spielen können, gibt der Difuser den Duft von Orangenöl in die Luft oder das Pfefferminzöl Migräne vertreiben kann.

Wechseljahre, Libido und Blasenschwäche

Besonders die Tipps für Frauen haben mich angesprochen. Beschwerden der Wechseljahre können durch Duftöle erheblich erleichtert werden. Also habe ich Frau Schasteen um einige zusätzliche Tipps gebeten, die sie mir gerne geschickt hat.

Es gibt tatsächlich ein Kraut das „gegen“ Wechseljahre gewachsen ist:

Salbei, das Frauenkraut!

Mit seinen hormonähnlichen Wirkungen gleicht Salbei den Hormonhaushalt aus und unterstützt den Körper bei hormonbedingten Schwankungen; besonders Frauen bei Menstruationsproblemen, hormonbedingten Problemen (Endometriosis) und in den Wechseljahren (Wallungen, Wasseransammlung). So fördert Salbei die Entspannung des Nervensystems (Anspannung, Stress), unterstützt Blase und Harnwege, reduziert die Schweißbildung und unterstützt ein gesundes Lymphsystem.
Frauen in den Wechseljahren leiden oft an einer erkaltenden Libodo. Dies liegt oft an einem Mangel an Östrogen oder Testosteron. Bei Testosteronmangel kann Salbeiöl helfen, so dass die Libido wieder angeregt wird. Ein Mangel an Testosteron verhindert ebenfalls den Muskelaufbau. Salbei wirkt dieser Muskelschwäche entgegen und somit auch der Blasenschwäche. Zusammen mit einem Testosteronausgleich kann Salbei diesen „Frauenleiden“ entgegenwirken.

Rezepte und Tipps zur Anwendung:

Und wie bei Medikamenten gibt es bei der Anwendung von Kräutern auch Vorsichtsmaßnahmen:
Salbei sollte nicht von Menschen mit hohem Blutdruck oder Epileptikern genommen werden. In der Schwangerschaft und Stillzeit darf Salbei nicht angewendet werden.

Das Rezept bei Wallungen:
Salbeitee
warmes Wasser
Honig und Zitrone nach Belieben

Salbeitee schluckweise trinken, besonders abends vor dem Schlafengehen. Man kann Honig und Zitrone nach Geschmack beifügen.

Das Salbei-Massageöl:
200 ml reines Pflanzenöl
10-15 Tr. Salbeiöl oder mehr nach Wunsch

Man fügt dem reinen Pflanzenöl (Kokosöl,
Olivenöl, etc.) 10-15 Tropfen Salbeiöl oder mehr nach Wunsch bei und mischt gründlich, indem man die geschlossene Flasche ein paar Mal schüttelt.
Das Massageöl wird auf die gewünschte Stelle (Brust, Unterbauch, Magen, Beine, Lymphbahnen) aufgetragen und eingerieben. Je nach Anforderung beruhigt es die Nerven, wärmt den Magen, regelt die Darmfunktion und wirkt abführend, kräftigt die Blase, unterstützt die Hormontätigkeit, wirkt Pilzinfektionen entgegen, oder unterstützt das Atmungssystem.

Bei Blasenschwäche:
Salbeitee
Wasser

Ein altes Hausrezept bei einer schwachen Blase (wenn man nachts mehrmals aufstehen muss) ist der Salbeitee. Man  trinkt ihn vor dem Schlafengehen schluckweise. Salbei erwärmt die Blase, die das Wasser dadurch besser halten kann. Der wunderbare Vorteil: Man muss nachts nicht mehr so oft aufstehen.

Duftmedizin

Im Buch finden sich zahlreiche Tabellen in denen die Öle und Ölmischungen von A bis Z mit Nutzen und Anwendungsmöglichkeiten aufgeführt werden. Auch kann ich in verschiedenen Tabellen unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten nachschlagen.

Viele schöne Fotos zeigen die Kräuter in Natura und machen Lust die Öle auszuprobieren. Die Geschichten aus der Praxis lassen uns tiefer in die Einsatzgebiete der Duftöle schauen. So kam ich auf Seite 168 auch auf das Thema meines Blogbeitrages: Salbei, Libido und Osteoporose. Ich habe viele Einsatzmöglichkeiten der Duftöle gefunden.

Ich lasse auch bei den vielen Tipps meinen Menschenverstand walten und nehme nur die Ratschläge an, die sich richtig anfühlen. In der Natur-Medizin ist Vorsicht die Mutter der Vernunft, denn auch wie bei allen Medikamenten gibt es Risiken, die bedacht werden müssen. Ein Zuviel und eine unsachgemäße Kombination der Kräuter und ätherischen Öle kann kontraproduktiv sein. Hier bitte ich jeden Leser seine Eigenverantwortung zu übernehmen und die Tipps achtsam anzuwenden und bei Unsicherheiten eine Fachfrau oder einen Fachmann zu fragen.

Duft-Medizin von Maria L. Schasteen, Foto: Margarete Rosen
Duft-Medizin von Maria L. Schasteen, Foto: Margarete Rosen

Es gibt nur einen Punkt den ich bemängeln muß: Ich vermisse schmerzlichst ein Stichwortverzeichnis, in dem ich alphabetisch Begriffe nachschlagen kann. So mußte ich auf der Suche nach Informationen über Salbei und seine Anwendungsmöglichkeiten das Buch komplett durchblättern. Ich habe rote Reiter an den Rand geklebt, um die Stellen wiederzufinden. Doch schon bei zwei verschiedenen Kräutern wird es unübersichtlich.

Duftmedizin ist ein Buch, dass einen anderen Blick auf Kräuter und deren ätherische Essenzen ermöglicht. Ich werde immer wieder hineinschauen und mir Anregungen holen und die mir bekannten Kräuter auf eine neue Weise anwenden.

Duftmedizin
Ätherische Öle und ihre therapeutische Anwendung
Maria L. Schasteen
Crotona Verlag
2016

Konnte ich Sie auf das Buch neugierig machen? Dann freue ich mich über Ihren Kommentar.

Ihre
Margarete Rosen

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