Artikel aus der niederländischen Fachzeitschrift TT-Wijzer Nr. 61, Seiten 6 – 7, von Marieke van Nimwegen im März 2011, übersetzt ins Deutsche von Margarete Rosen

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Therapeutic Touch Deutschland und das Van Praag Instituut haben zusammen die amerikanische TT-Frontfrau Diane May nach Europa geholt. Im Oktober gibt sie sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden Workshops. Diese Zusammenarbeit gibt uns einen  guten Grund einmal mit Margarete Rosen zu sprechen. Sie schloss sich voriges Jahr dem TTD an und erzählt gerne über dieses freie neue Netzwerk und über TT in Deutschland. In niederländisch, denn diese Sprache beherrscht sie gut, da sie viele Kontakt  zu Niederländern hat.

Ungefähr vor zwei Jahren haben Heike Rahn, Barbara Marcucci und Bernd Nommensen das Netzwerk  Therapeutic Touch Deutschland gegründet. Sie hatten alle einen anderen Ausbildungshintergrund, machen sich aber gemeinsam für eine Sache stark: ein Netzwerk, das allen offen steht, vor allem TTlern und TT-Teacher. Sie wollen jedem wichtige Informationen zugänglich machen über TT und auch anregen, dass Pflegende, Therapeuten und Ärzte diese Methode zu ihren Behandlungsmöglichkeiten aufnehmen. „Das sprach mich an“, erzählt Margarete Rosen. „Sicherlich auch weil ich diese Jahr meine eigene Praxis in Aachen eröffnet habe. Es ist wichtig sich mit anderen TTlern zusammen zu schließen, sodass man von einander lernen kann.“

Die gleiche Basis

Margarete ist wie auch Heike, Barbara und Bernd TT-Teacher. Zusammen geben sie Kurse auf drei Niveaus (Grund-, Aufbau- und Fortgeschrittenenkurs), wodurch eine gute Basis zum Geben von TT gelegt wird. „Wir haben das Kursprogramm sehr sorgfältig aufgebaut. Die Methode, die von Krieger und Kunz entwickelt wurde, muss deutlich rüber gebracht werden, so dass die Teilnehmer präzise wissen, was Therapeutic Touch beinhaltet und es gut anwenden können. Wenn man die Basis einmal hat, kann danach jeder seinen eigenen Stil entwickeln. Jeder hat seine Stärken, die dann z. B. durch das Besuchen von speziellen Workshops zu Tage treten können. Ich arbeite gerne mit Kindern und Bernd mit Pferden. Aber die Basis von TT muss erst gut gelegt sein. Gerade weil wir dies so wichtig finden, unterhalten wir gerne Kontakte mit Nordamerika, wo TT entwickelt wurde. Wir laden gerne Dozenten aus USA und Kanada ein. So wie Diane May, zusammen mit dem Van Praag Instituut.

Eigene Website

TTD hat seit kurzem eine eigene Webseite, gemacht durch die Gründer selbst.
Gehe nach www.therapeutic-touch-deutschland.de und du kannst einen Blick darauf werfen. Margarete: “Die Website ist wirklich das Resultat unserer gemeinsamen Anstrengungen. Und nun haben alle Mitglieder die Möglichkeit an den Inhalten mitzubauen. Und das schöne ist, es funktioniert. Es kommen viele Menschen auf unsere Website und wir bekommen auch Reaktionen. Letztens sogar eine Frau aus Spanien. Vielleicht kommt es durch die Einfachheit der Website. Jeder ist herzlich Willkommen und er findet schnell was er sucht, ob es nun ein TT-Teacher ist, einen Kursus oder allgemeine Informationen. „Das klappt, es steht z. B. auch ein Link zu einer interessante Dokumentation „Das Geheimnis der Heilung“ darauf, worin TT auch erwähnt wird.“
Supportgruppen kennt TTD auch. „Barbara und Heike bieten jede eine Supportgruppe an. Diese Gruppen stehen für jeden TTler offen, auch für Menschen, die woanders ausgebildet wurden. Und auch für TTler aus den Niederlanden. Heikes Gruppe zählt zehn Teilnehmer und trifft sich fünf mal im Jahr bei ihr mit verschiedenen Themen die TT behandeln,“ erläutert Margarete, die selbst Mitglied der niederländischen TT-Gruppe in Heerlen ist. „Ich finde es schön um dort mitzumachen und lerne gerne von der niederländischen Art zu arbeiten. Es fällt mir auf mit wie viel Andacht und liebevoll jeder ist. Sobald ich einen passenden Raum habe, will ich auch in Aachen mit einer Supportgruppe beginnen.“

Wachsende Anzahl

Margarete schätzt, dass es ungefähr 3500 aktive TTler in Deutschland gibt. „Maud Nordwalk Pollock hat viele ausgebildet, hat aber vor kurzem damit aufgehört. Und es sind noch andere Netzwerke aktiv, womit wir übrigens nicht mit allen Kontakt haben. Viele TTler geben nur für den Hausgebrauch TT, aber wir merken nun doch, dass immer mehr Pflegende, Physiotherapeuten und andere Versorgende in ihren Praxen TT anwenden. Wie in den Niederlanden ist TT schon gut bekannt in der Altenpflege, aber es gibt z. B. in Berlin auch ein Krankenhaus mit einer großen Gruppe aktiver TTler. Eben mal schnell im Internet nachsehen, ja sieh mal: Es geht um das christliche Sankt Gertrauden Krankenhaus. Auf ihrer Website kann man ausführliche Informationen über TT finden und die Weise wie es in der Pflege bei Patienten angewendet wird.

TTD ist nun gestartet und will die Zusammenarbeit mit anderen Ländern gerne weiter ausbauen. Diane May nach Europa zu holen in  Zusammenarbeit mit dem Vaan Praag Instituut in den Niederlanden gehört genauso dazu, wie Kontakte mit der amerikanischen TT-Organisation und der Teilnahme am International TT-Congres in Boston (8-11. April 20) um dieses Ziel weiter auszubauen. Dort wollen wir als niederländische Teilnehmer Informationen geben und den TT-Film vom Verpleeghuis De Hop sehen lassen (www.youtube.com/watch?v=iz_Ufg3puYw).

Mehr TT in Deutschland

Schon 1984 gab es TT-Kurse in Deutschland. Die Deutsch-Amerikanerin Maud Nordwalk-Pollock war zwei Jahre vorher in TT von Krieger und Kunz an der Universität von New York ausgebildet worden und gab abwechselnd in Deutschland und Amerika TT-Unterricht. Im Laufe der Jahre veränderte sie diese Technik und nannte sie „Amplified therapeutic touch“ (umfassendes TT).
Ende der 90er Jahre entstand beim Biochemiker und energetische Therapeuten Imre Kerner das Bedürfnis nach einer einfachen energetischen Intervention um Energiearbeit auch in die deutsche reguläre Gesundheitspflege einzubinden. Er suchte den Kontakt zu Prof. Dr. Janet Quinn an der Universität Boulder, Colorado und Martine Busch vom Van Praag Instituut. Dies resultierte in Kursen nach niederländischem Model und die Gründung der ITTA, der Internationalen TT Association, wo mehrere Europäische Länder sich anschlossen um dafür zu sorgen, dass TT in Europa auf vergleichbare Weise gelernt würde. Auch Imre Kerner passte die TT-Methode inzwischen so an, dass er die Imre Kerner International School for Therapeutic Touch and Energy (ISTTE) gründete und eine berufsgerichtete Ausbildung zum Therapeutic Touch Practitioner und eine Ausbildung zum Energietrainer anbietet.

Literatur:
Marieke van Nimwegen, TT-Wijzer, Nr. 61, Seiten 6 – 7 in Niederländisch, übersetzt ins Deutsche von Margarete Rosen